Hot Chocolate

Das gelungene (vorläufige) Ende des ersten Kellerprojekts: Die Corona Combo

Freudig, stolz und fast ein bisschen wehmütig schau ich auf das hinter mir liegende Projekt. Es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden — was bei mir schon selten vorkommt. Wenn ich mir meine schokoladenbraune Combo anschaue kann ich es noch immer nicht so richtig fassen, dass eigentlich alles geklappt hat, was ich mir vorgenommen hatte. Zugegeben, ich hatte einen etwas helleren Korpus angestrebt, aber die Farbe gefällt mir so gut, dass ich darüber nicht mehr nachdenke

Was ich letztendlich alles gemacht habe

  • Korpus und Hals vom Lack befreit
  • Korpus und Hals in dunkelbraunem Farbverlauf gefärbt
  • Seidenmatten Klarlack aufgetragen
  • den Hals neu eingepasst und verleimt
  • die Bünde überschliffen, verrundet und poliert
  • einen neuen Sattel eingepasst
  • eine neue Brücke eingepasst
  • neue Stimmmechaniken eingebaut
  • einen neuen Saitenhalter eingebaut
  • einen Pickup mit der passenden Elektronik eingebaut
  • zwei Gurtpins angebaut
  • einen neuen Pickguard gebaut und installiert
  • neue Flat Wound Saiten aufgezogen

Zwei neue Projekte sind in der Planung, denn ich hab wohl ein neues Hobby gefunden. Aber zuerst muss ich den Keller und das Werkzeug mal auf Vordermann bringen.

Stay tuned …

Tadaaa!

Da liegt sie! Fast genauso, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Vielleicht hab ich irgendwas beim Verkabeln falsch gemacht. Die Potis regeln jedenfalls gar nichts. Momentan ist mir das egal, denn es ist einfach faszinierend das erste mal die Gitarre an den Verstärker anzuschließen und die Saiten anzuschlagen. Wooooow! Große Freude! Es ist mir schon klar, dass der Sound überwiegend vom Verstärker kommt, aber es ist ein cooler Sound und ich kann es irgendwie noch gar nicht so richtig glauben. Jetzt wird erst einmal gespielt. Dann kümmere ich mich um ein paar Details. Also ist das das vorläufige Ende dieses Projekts. Aber ich bin schon auf der Suche …

Coole rote Umwicklung der Flat Wound Saiten
Messinghalter an der Zarge
Gurtpin am Saitenhalter

Montage am Samstag

Das Schlagbrett von hinten. Vorne ganz klassisch ein Nägelchen , hinten ein Haltebügel

Heute war Finale angesagt. Hauptsächlich ging es darum das grob zugeschnittene Schlagbrett fertigzustellen, den Pickup anzubauen, die Elektronik zusammenzulöten und dann alles wieder zu montieren.

Das mit der Verzierung der Schlagbretts hat nicht geklappt, deshalb ist es jetzt erst einmal pur geblieben. Aus einem Messing-Flachprofil hab ich den Halter gebogen. Damit man den verstellen kann, hab ich aus Resten der Perloidplatte eine kleine Klemm gebastelt und auf die Rückseite geklebt. Vorne kam noch ein Klötzchen dran, durch das ich ein Nägelchen stecke.

Mit einer alten Fahrradspeiche habe ich mir das Kabel vom Pickup geangelt.

Ursprünglich hatte ich vor, das Kabel vom Pickup unter dem Schlagbrett zu verlegen. Da hatte ich nicht mit der Wölbung der Decke gerechnet. Das Kabel hatte kein Platz, da der Pickup fast auf der Decke aufliegt. Also hab ich ein bisschen widerwillig ein Loch in die Decke gebohrt. Das Kabel hab ich dann mit einer zurechtgebogenen Fahrradspeiche aus dem Korpus geangelt, damit ich die Potis anlöten konnte. Die gleiche Speiche mit ein wenig doppelseitigem Klebeband, half mir dann die Potis durch die engen F-Löcher und in dafür vorgesehenen Löcher zu bugsieren.

Die alte Ersa Sprint Lötpistole von Heinz funktioniert noch tadellos.

Jetzt hieß es montieren. Saitenhalter, Mechaniken und die Brücke kamen wieder an ihren Platz. Dann hab ich einen neuen Satz Tomastic Flat wound Saiten aufgezogen. Mit der neuen billigen Stegeinlage passt es jetzt auch von der Saitenlage besser.

Kurz vor der Zielgeraden

Chinesische Kamelknochen sind aus Kunststoff: die neue, kompensierte Stegeinlage

Am Wochenende kommt der letzte Lack drauf, und wenn es klappt die Endmontage samt Elektronik. Vorher musste ich noch die Stegeinlage und den Sattel machen. Die bestellten Knochenteile stellten sich als eher schlichte Teile aus Kunststoff heraus. Was soll’s — die werden jetzt verwendet. Eine Stunde feilen und schleifen hat sie soweit in Form gebracht. Ein bisschen rustikal sehen sie aus, aber das passt ja zum Gesamteindruck der gebrauchten Gitarre.

Der Sattel ist am Platz und eingeteilt

Jedes Projekt macht mal Pause

Der kleine Funke: Mein neuer gebrauchter Übungsverstärker Spark von Positive Grid

Etwas anstrengendere Arbeitstage und eine Ablenkung hat das Projekt verzögert. Kurzentschlossen hab ich mir einen Spark von Positive Grid gekauft. Die Steuerung über das iPad ist wirklich genial. Der Sound ist trotz zwei kleinen Achtzöllern als Lautsprecher nicht von schlechten Eltern; zumal die Verstärker- und Effektsimulationen wirklich hochwertig sind. Der Kabelsalat mit den Effektpedalen hat ein Ende!

Bünde fürs Leben

Das Kleben muss ja weitergehen. Eine ganze Menge Klebestreifen schützen das Griffbrett.

Die Bünde bekamen es mit dem Schleifblock zu tun. Dazu habe ich mir aus einem Alu-Strangprofil, einen Schleifstab gebaut, mit dem ich über alle Bünde gleichzeitig darüberschleife. Da das Aluprofil exakt gerade ist, musste ich nur langsam und gleichmäßig über die Bünde schleifen, bis alle Bünde gleichzeitig vom Schleifpapier berührt wurden.

Am Anfang lag der Schleifblock nur am ersten und am 18. Bund auf.

Es sollte gerade so viel von den Bünden weggeschliffen werden, wie notwendig war, dass sich eine gerade Linie ergab. Um diesen Punkt genau zu treffen, machte ich mit einem Filzstift alle Bünde schwarz, schliff dann darüber und wiederholte dieses Procedere von Zeit zu Zeit. Als eine feine Schleifspur an allen Bünden zu sehen war, hatte ich mein Ziel erreicht. Mit der Bundfeile wurden dann alle Bünde wieder verrundet. Mit Schleifpapier der Körnungen 3000, 5000 und 8000 polierte ich die Bünde dann noch.

Jetzt stimmt die Höhe. Ein feiner Streifen Messing glänzt durch das Schwarz.

Die Saiten hab ich danach wieder aufgespannt. Die Saitenlage hat sich wesentlich verbessert. Jetzt spielt sich die Gitarre schon ziemlich gut. Am ersten Bund liegen die Saiten noch ein Stückchen zu hoch (1,5 mm). Da muss noch eine Kleinigkeit vom 0-Bund runter. Am 12. Bund bin ich bei 2,5 mm — optimal!

Ein bisschen zu hoch: 1,5 Millimeter. 1 — 1,2 Millimeter wären besser.
So wie es sein soll: 2,5 Millimeter am 12. Bund.

Ich bin schon superzufrieden. Nur die D-Saite schnarrt am 16. Bund und wenn ich das genau sehe, liegt es eher an der Stegeinlage als an den Bünden. Da in den nächsten Tagen die neue Einlage aus Kamelknochen geliefert wird, bin ich schon bald am Ziel.

Die Reise ist noch nicht zu Ende

Komfortabel ist anders. Die Saitenlage ist noch ziemlich unbequem.

Wenn ich mich ein wenig ergötzt habe, wird alles wieder zurückgekauft. Denn jetzt kommt der Feinschliff. Als erstes werden die Bünde fertig überschliffen, gerundet und poliert. Dann wird der Lack an ein paar Stellen verbessert. Eine neue Stegeinlage und ein neuer Sattel aus Kamelknochen (!) angefertigt. Das Griffbrett geölt. Die Elektronik zusammengelötet. Der Pickup eingepasst und montiert. Das Schlagbrett fertiggestellt und mit deren ganzen Elektronik eingebaut. Und dann ein paar neue Flatwound Jazzgitarrensaiten aufgezogen.

Dann kommt das nächste Projekt dran. Ihr könnt es hier miterleben.

Test, Test, Eins, Zwei

Noch nicht am Ziel, aber schon mal am Start.

Ein Highlight an diesem trüben Tag! Ich hab den alten Sattel grob angepasst und provisorisch angeklebt. Dabei hab ich festgestellt, dass er von der Größe nicht mehr passend zu machen ist. Für die Probebespannung reicht er aber aus. Nach ein wenig Vordehnen der Saiten hab ich sie gestimmt und ihr die ersten Töne entlockt.

Im ersten Moment klingt alles ein wenig dünn, aber ein wenig Beschäftigung mit dem „neuen“ Instrument zeigt schnell, dass man sich jeder Gitarre annähern muss, bis man weiß, wie sie am besten klingt. Von dünnem Näseln bis zum Satten Klang kann man der Combo vieles entlocken. Und man merkt schnell, warum diese Gitarren früher auch Plektrumgitarren genannt wurden. Normal spiele ich gerne mit den Fingernägeln — das will hier nicht so richtig klingen. Mit einem dicken Plektrum passt es besser.

Schlagbrett oder nicht? So etwa sollte es später mal aussehen. Ohne ist aber auch cool.

Brückentechnologie

Ich betätige mich mal wieder als Einschleifer.

Es geht Stück für Stück weiter. Diesesmal ist die Brücke dran. Eine übliche Methode die Brücke auf die Decke anzupassen ist Schleifpapier auf die Decke zu kleben. Mit gleichmäßigen Bewegungen an der Stelle, wo sie später sitzt, wird die Unterseite der Brücke auf die Rundung der Decke eingeschliffen.

Da morgen schlechtes Wetter gemeldet ist, wird es mich wieder in den Keller ziehen. Dann ist der Sattel an der Reihe. Wenn der gemacht ist, werden das erste mal testweise Saiten aufgezogen.

Der Moment der Wahrheit!

Jetzt gilt‘s

Mindestens 12 Stunden Ruhe sind angesagt, dann der Leim vollständig ausgehärtet

Mit leichter Schnappatmung bin ich ans Werk gegangen. Eine ordentliche Portion Contura Fischleim in die Halstasche und den Hals in seine Position gedrückt. Dann hab ich fast fünf Minuten mit dem blöden Spanngurt gefummelt, biss der dort war, wo er hin sollte. Ledersessel sollen verhindern, dass es Kratzer, oder Druckstellen gibt. Wir werden sehen, ob es geholfen hat.

Ob die Saitenlage später wohl immer noch so ist?